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des Bündnisses "Länger gemeinsam lernen"


Aktuelles

Nächstes Plenum des Oberhausener Bündnisses
am 19. 05. 2010, 18 Uhr, DGB-Haus.



"Längeres gemeinsames Lernen" - Kernpunkt der aktuellen bildungspolitischen Auseinandersetzung

Debatte über die Schulstruktur mit Grundschulleiterinnen und Landtagskandidaten am 13. April 2010 in der Rolandschule,

"Längeres gemeinsames lernen verbessert die Chancen unserer Kinder", so eröffnete Rixa Borns, Grundschulleiterin aus Münster die Veranstaltung des Oberhausener Bündnisses "Länger gemeinsam lernen" in der Rolandschule. Das Bündnis hatte Landtagskandidatinnen und Landtagskandidaten geladen, um im Vorfeld der Landtagswahlen über ihre Positionen zu einer Modernisierung des Schulsystems zu diskutieren.

Zur Einführung machte Rixa Borns deutlich, dass 40% aller Grundschulempfehlungen sich im nachhinein als unrichtig herausstellten. Das Einsortieren von Kindern in unterschiedliche Schulformen nach der 4. Klasse setze Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer massiv unter Druck.
Deshalb fordere sie, wie mittlerweile über 1000 Grundschulleitungen die Zeit des gemeinsamen Lernens deutlich zu verlängern. "Gemeinsam mit allen am Schulleben Beteiligten müssen wir dies im Sinne unserer Kinder umsetzen", so Frau Borns.

Ulrike Laufer, Schulleiterin der Rolandschule in Oberhausen ergänzte aus ihrer Praxis:
" In der Grundschule funktioniert das Lernen mit unterschiedlich leistungsstarken Schülerinnen und Schülern hervorragend." Sowohl gute, wie auch schwächere Schülerinnen und Schüler profitieren davon. "Wieso wird diese erfolgreiche Arbeit nicht nach dem 4. Schuljahr fortgesetzt, sondern die Kinder in unterschiedliche Schultypen selektiert?" so Laufer.

Gisela Hinnemann sprach sich für die CDU dagegen für die Fortführung des gegliederten Schulsystems aus. Es gäbe keine Beweise, dass andere Schulformen zu besseren Ergebnissen führe.

Wolfgang Große Brömer von der SPD verwies darauf, dass das deutsche Schulsystem vor allem die Chancen sozial schwächerer Kinder auf einen guten Abschluss verschlechtere und forderte, dass Kinder in einer Gemeinschaftsschule länger gemeinsam lernen. Diese solle gemeinsam mit Eltern, Schülern, Kommunen und Lehrern entwickelt werden, um einen Schulkrieg zu vermeiden.

Der Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, Norbert Axt, selbst Gymnasiallehrer, forderte Schule aus der Sicht der schwächeren Schüler zu betrachten. "Viele scheitern in diesem Schulsystem, deshalb fordern die Grünen eine Schule für alle."

Sascha Wagner von der Linken forderte die alten Muster der Selektion zu durchbrechen. Hierzu gehöre auch die Wiedereinführung der Grundschulbezirke. Die Linke fordere die Einführung einer Schulform für alle vom 1. bis zum 10. Schuljahr. Um dies zu erreichen sei es notwendig auch eine ideologische Schuldebatte zu führen.

Von der FDP nahm kein Vertreter an der Veranstaltung teil.

In der anschließenden Diskussion wurde erhebliche Kritik an den Folgen des gegliederten Schulsystems geäußert. Christa Dickmann, Leiterin der Jacobi-Grundschule verwies dabei noch einmal auf die positiven Grundschulerfahrungen und Regina Trampnau vom Verband Bildung und Erziehung sprach sich für die Einführung einer Gemeinschaftsschule aus.

Zum Abschluss der Diskussion unterstrich Cornelia Schiemanowski als Vertreterin des Bündnisses "Länger gemeinsam lernen", dass das gegliederte Schulsystem erhebliche Probleme für Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer bringe. "Deshalb brauchen wir dringend eine umfassende Schulreform und längeres gemeinsames Lernen unserer Kinder", so die Vorsitzende der Oberhausener GEW.
Die Landtagswahl am 9. Mai sei somit ein wichtiges Datum für die zukünftige Entwicklung unseres Bildungssystems.