Oberhausen, 29. Mai 2009
Eine Schule, die allen Kindern unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft gleiche Chancen bietet,
eine integrative Schule, die Gemeinschaft stiftet, und eine zukunftsweisende Schule,
in der alle Kinder möglichst lange gemeinsam lernen können: Das sind zentrale Ziele
des "Bündnisses länger gemeinsam lernen", das nun auch in Oberhausen gegründet wurde.
Auf Einladung von Kreishandwerksmeister Jörg Bischoff, Superintendent Joachim Deterding,
Wolfgang Große Brömer, Vorsitzender der Schulausschüsse der Stadt und des Landtages, sowie Norbert Müller,
stellvertretender Landesvorsitzende der GEW, und Cornelia Schiemanowski, Vorsitzende der Oberhausener GEW,
trafen sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen zur Gründung einer
Initiative und zur Unterzeichnung des Oberhausener Aufrufes "Länger gemeinsam lernen".
Wolfgang Große Brömer stellte in seiner Einleitung das Ziel gerechter Bildungschancen für alle Kinder
in der Vordergrund. Die Tatsache, dass in Deutschland die Bildungschancen von Kindern besonders stark
vom Geldbeutel ihrer Eltern abhingen, müsse geändert werden. Hierzu sei es unter anderem notwendig,
dass Kinder zukünftig länger gemeinsam lernen. Eine Veränderung des Schulsystems allein reiche zwar
nicht aus, sie sei aber eine notwendige Voraussetzung für ein gerechteres Schulsystem.
Norbert Müller forderte, dass auch in Oberhausen bei allen schulpolitischen Entscheidungen
darauf geachtet wird, das selektive Schulsystem in NRW nicht weiter zu zementieren, und erläuterte
die Forderungen des Bündnisses für Oberhausen. Hierzu gehören eine gerechte Finanzausstattung für Oberhausen,
die die Stadt in die Lage versetzt, längeres gemeinsames Lernen vor Ort umzusetzen und Bildungsbenachteiligungen
abzubauen, die Möglichkeit für Oberhausen, unabhängig vom Nachweis von Eigenanteilen an Förderprogrammen
im Bildungsbereich teil zu haben, und verbesserte Bedingungen für Ganztagsschulen und für den Gemeinsamen Unterricht.
Der Oberhausener Aufruf "Länger gemeinsam lernen" wurde anschließend von zahlrei-chen Vertreterinnen und
Vertretern gesellschaftlicher Gruppen unterzeichnet. Zu ihnen gehören neben den Einladern Oberbürgermeister
Klaus Wehling, Regina Trampnau für den Verband Bildung und Erziehung, Henrike Greven für Ver.di, Theaterintendant
Peter Carp, Schulleiter verschiedener Schulformen, die Vertreter aller Oberhausener Wohlfahrtsverbände sowie
die Ratsfraktionen der Grünen, der Linken Liste und der SPD.
Mit verschiedensten Aktivitäten will das Bündnis dazu beitragen, Bildungsgerechtigkeit
und Chancengleichheit ins Zentrum der gesellschaftlichen Diskussion auch in Oberhausen zu stellen.
Dabei sollen zum einen die politische Forderung nach einer Veränderung des Schulsystems unterstützt
und zum anderen konkrete Projekte für ein längeres gemeinsames Lernen in Oberhausen entwickelt werden.